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Subjekt (Philosophie) ArtikelDas Subjekt genannt eine der beiden Seiten eines Subjekt-Objekt-VerhÀltnisses, des GrundverhÀltnisses eines jeden Prozesses der Produktion, Gestaltung und Aneignung materieller und ideeller GegenstÀnde und Werte. Dabei ist das Subjekt jeweils die aktive, tÀtige, bestimmende, schöpferische, sich erhaltende, sich reproduzierende und sich weiterbildende Seite, wÀhrend das Objekt die passive, leidende, dem Subjekt dienende, weitgehenden VerÀnderungen unterworfene oder gar der Vernichtung preisgebende Seite ist.
Buch-Tipp: Das verknotete Subjekt Um ausführliche Informationen zum Buch " Das verknotete Subjekt" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet. Zur Bedeutung des Subjekts in der Antike bei Aristoteles | |
In der antiken Philosophie wie z.B. bei Aristoteles ist das Subjekt ontologisch verstanden der substantielle, beharrende "TrĂ€ger" von objektiven Merkmalen (die Substanz) und FĂ€higkeiten, als auch das logische Subjekt. Bei Aristoteles genannt hypokeimenon ( lat. subiectum) das vom Erkennen unabhĂ€ngig Seiende, von dem etwas ausgesagt wird, weil es das Zugrundeliegende (als Substrat) in dem Wechsel der ZustĂ€nde beharrt. Die logische Seite des Subjekts in der grammatischen Verwendung Ă€uĂert sich in der TrĂ€gerschaft des PrĂ€dikats in dem Urteil bzw. des Satzgegenstandes.
Buch-Tipp: Die TĂŒcke des Subjekts Die Beschreibung für das Buch " Die TĂŒcke des Subjekts" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster. |
Zur GegenĂŒberstellung von Subjekt und Objekt in dem Mittelalter | |
Die GegenĂŒberstellung von Subjekt und Objekt erfolgt erst in der mittelalterlichen Philosophie. Die Vertreter der Scholastik verstehen unter Subjekt den realen, auĂerhalb und unabhĂ€ngig vom BewuĂtsein existierenden Gegenstand in dem Unterschied zu dem bloĂ vorgestellten, ca. in dem BewuĂtsein vorhandenen Objekt. Noch Rene Descartes hat diesen Sprachgebrauch. Die Umkehrung der Wortbedeutung und die Herausbildung des Begriffs "Subjekt" in dem Sinne von "der Erkennende" bahnt sich bereits bei Thomas von Aquin (in: Summa theologica, I, 87,4 ) an. In der Folgezeit wurde dieser Begriff jedoch ganz verschieden interpretiert. In der idealistischen Philosophie wird das Subjekt meist als etwas rein Geistiges aufgefaĂt, als "BewuĂtsein" (bei George Berkeley).
Buch-Tipp: Judith Butler (Campus EinfĂŒhrungen) Die Beschreibung für das Buch " Judith Butler (Campus EinfĂŒhrungen)" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster. |
Zu dem Bedeutungswandel der Vorstellung des Subjekts | |
Mit G.W. Leibniz beginnt ein grundlegender Bedeutungswandel. In der sich durchsetzenden Umkehr der Bedeutung von Subjekt und Objekt wird die ontologische PrĂ€gung beibehalten, wenn das Ich als psychologisches Subjekt zu dem TrĂ€ger seiner verschiedenen Akte erkĂ€rt wird, die es intentional auf GegenstĂ€nde richtet. Als psycho-physisches Subjekt ist das in leib-seelischer Einheit existierende Individuum und als psychologisches Subjekt das seiner selbst bewuĂte Ich TrĂ€ger seiner Akte.
Buch-Tipp: Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung. Eine Beschreibung zum Buch " Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung. " finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet. |
Zur Aufgabe des ontologischen Prinzips bei Kant und seine Interpretation | |
Die ontologische Interpretation des Subjekts wird durch den erkenntnistheoretischen Kritizismus dadurch verlassen, daĂ die Vorstellung eines dem Ich zugrundeliegenden TrĂ€gers aufgelöst wird, was Immanuel Kant mit besonderer Konsequenz durchgesetzt hat. Bei ihm wird unter dem Subjekt als demjenigen, das dem Objekt zugrundeliegt und es bestimmt, nicht mehr der real existierende Gegenstand, sondern das BewuĂtsein, der "TrĂ€ger" der psychischen Erlebnisse, das denkende und erkennende Ich verstanden. Demzufolge sind innerhalb des transzendentalen als extramundanen Meta-Subjekt das aktive Subjekt als spontanes denkendes Ich vom passiven Subjekt als Anschauungs-Ich des inneren Sinnes so zu unterscheiden, daĂ das aktive Subjekt mit seinem Denkakt das passive Subjekt affiziert.
Aufgrund dieser Selbstaffektion schaut sich das aktiv-spontane Subjekt, indem es die dem inneren Sinn in der Zeit gegebenen Vorstellungen bestimmt, an der Stelle des passiven Subjekts selbst an. Daraus folgt jedoch, daĂ unabhĂ€ngig von der Affektion des inneren Sinnes das aktiv-bestimmende Denk-Subjekt nicht erkannt werden kann. Ein Subjekt, das sich unmittelbar, d.h. nicht durch Affektion des passiven Subjekts selbst anschaut, mĂŒĂte ĂŒber die intellektuelle Anschauung verfĂŒgen, so daĂ sich auch die gegebene Anschauungsmannigfaltigkeit seiner SelbsttĂ€tigkeit verdankte.
Buch-Tipp: Mythen, Masken und Subjekte. Kritische WeiĂseinsforschung in Deutschland Das Buch " Mythen, Masken und Subjekte. Kritische WeiĂseinsforschung in Deutschland" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch. |
Zu dem VerhÀltnis des Subjkets bei Fichte und Schelling | |
Bei J.G. Fichte ist das Ich, das BewuĂtsein des Menschen, absolutes Ich, das sich durch "Tathandlungen" selbst setzt und letztlich auch das Nicht-Ich, das Objekt, bestimmt. Indem Fichte das transzendentale zu dem absoluten Ich steigert, reklamiert er fĂŒr dessen Tathandlung des Sichselbstsetzens die intellektuelle Anschauung, derzufolge sich das Ich nicht seines Seins, sondern seiner SelbtstĂ€tigkeit ursprĂŒnglich bewuĂt sein soll. F.W.J. Schelling faĂt die als ein wesentlich geistiges Prinzip verstandene FĂ€higkeit der Materie zur Ausbildung ihrer verschiedenen Existenzformen als "unendliches Subjekt", das aus sich heraus von Stufe zu Stufe stets höhere Formen der ObjektivitĂ€t erzeugt und hierdurch sein eigenes Dasein setzt, so daĂ in dem Resultat Subjekt und Objekt identisch sind.
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Zur Interpretation des Subjekts bei Hegel | |
G.W.F. Hegel versteht unter dem Subjekt ein lebendiges, das den Widerspruch seiner selbst in sich trĂ€gt und zu ertragen vermag, oder auch eine TotalitĂ€t , die nicht allein ein Inneres ist, sondern auch die Realisierung dieses Inneren in dem ĂuĂeren mit einschlieĂt. Insbesondere versteht er darunter das Denken als freie, schöpferische TĂ€tigkeit. Bei ihm erscheint das Subjekt als SelbstbewuĂtsein des Menschen, das sich, als eine Bestimmung der zur Selbsterkenntnis drĂ€ngenden "absoluten Idee", durch aktive TĂ€tigkeit selbst hervorbringt, indem es sich die Welt, die "entĂ€uĂernde Idee", praktisch und theoretisch aneignet.
Hegels berĂŒhmte Diktum, "das Wahre nicht als Substanz, sondern ebenso als Subjekt aufzufassen", teilt mit Kant und Fichte die Kritik an der ontologischen Auffassung des Subjekts als TrĂ€ger seiner Akte. Das Subjekt ist nicht zunĂ€chst 'da', um dann tĂ€tig zu sein; vielmehr ist es nichts anderes als sich vollziehende SelbsttĂ€tigkeit. Aber der von Hegel entwickelte Begriff das Subjekts ist zugleich durch eine Kritik an jeder Form unmittelbar-ursprĂŒnglicher SelbstĂ€ndigkeit vermittelt, aus der die fĂŒr jedes Subjekt (als BewuĂtsein, SelbstbewuĂtsein, Geist u.a.) konstitutive KategorialitĂ€t der SubjektivitĂ€t genetisch resultiert. Das Subjekt ist nicht als unmittelbares Selbstsetzen, sondern als Selbstexplikation an der Stelle des Andersseins zu begreifen, so daĂ seine EntwicklungsfĂ€higkeit davon abhĂ€ngt, daĂ die Stelle jeden möglichen Andersseins der Selbstexplikation entspricht.
Buch-Tipp: Quellen des Selbst. Die Entstehung der neuzeitlichen IdentitĂ€t Das Buch " Quellen des Selbst. Die Entstehung der neuzeitlichen IdentitĂ€t" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch. |
Zur Interpretation des Subjekts bei Feuerbach, Mach und Schopenhauer | |
Bei Ludwig Feuerbach ist das Subjekt das wirkliche, sinnliche, sich selbst bestĂ€tigende Wesen des Menschen, das "fĂŒr sich" ist, in dem Gegensatz zu dem Objekt, das ca. ein Wesen "fĂŒr ein anderes" ist. Aber auch er abstrahiert das wahre Wesen des Menschen als Subjekt, weil er es einseitig unter dem Aspekt einer naturalistischen Anthropologie und des Humanismus zu erklĂ€ren versucht und von der praktisch-gegenstĂ€ndlichen TĂ€tigkeit absieht. Bei Ernst Mach ist das Subjekt eine Komoplex von Empfindungen: "Aus den Empfindungen baut sich das Subjekt auf, welches dann allerdings wieder auf Empfindungen reagiert"(In: Analyse der Empfindungen, 1901). Arthur Schopenhauer bestimmt das Subjekt als "TrĂ€ger der Welt", als die "durchgĂ€ngige, immer vorausgesetzte Bedingung alles Erscheinenden, alles Objekts"(in: Die Welt als Wille und Vorstellung, 1 § 2 , 1819)
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Zur Grundlage der Subjektauffassung in den Richtungen der materialistischen Philosophie | |
Im Gegensatz zu den idealistsichen Richtungen der Philosophie fassen die materialistisfchen den realen Menschen mit seinen FÀhigkeiten als das erkennende Subjekt, wobei dieser Mensch allerdings noch nicht als das aktive, historisch konkrete, gesellschaftliche Wesen begriffen wird, das sich die Wirklichkeit in der gesellschaftlichen TÀtigkeit materiell und geistig aneignet, sondern als isoliertes Individuum, das sich in dem wesentlichen kontemplativ verhÀlt, dem die Wirklichkeit "nur unter der Form des Objekts oder der Anschauung ...nicht aber als menschlich sinnliche TÀtigkeit, Praxis, nicht subjektiv" gegeben ist.
Buch-Tipp: Sozialisationstheorien Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch " Sozialisationstheorien". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet. |
Zur Auffassung der Rolle des Subjekts bei Marx | |
In der Auseinandersetzung mit Hegel und dem kontemplativen Materialismus Feuerbachs entwickelte Karl Marx sowohl eine qualitativ neue Auffassung vom Menschen als dem erkennenden Subjekt als auch vom Objekt der Erkenntnis. Subjekt kann ca. der historisch konkrete gesellschaftliche Mensch sein, denn die konkreten ErkenntnisfĂ€higkeiten sind eine soziale, an Kommunikation gebundene, vom jeweiligen Entwicklungsstand der ProduktivkrĂ€fte und des gesamtgesellschaftlichen Wesens abhĂ€ngige Errungenschaft. In der tĂ€tigen Praxis wirkt das Subjekt auf die materielle Welt ein und gestaltet sie zu einer dem Menschen vertrĂ€glicheren Welt um, indem es seine SubjektivitĂ€t, seine KrĂ€fte und FĂ€higkeiten in dieser Welt vergegenstĂ€ndlicht, objektiviert. Die materielle, vom BewuĂtsein unabhĂ€ngige Welt wird im MaĂe zu dem Objekt, wie das Subjekt sich diese Welt durch praktische und theoretische TĂ€tigkeit aneignet, wobei seine praktische TĂ€tigkeit primĂ€r darauf gerichtet ist, die Objekte seinen Zwecken gemÀà materiell zu verĂ€ndern, wĂ€hrend seine theoretische TĂ€tigekit primĂ€r dazu dient,ins Wesen und die GesetzmĂ€Ăigkeiten der Objekte einzudringen, sie ideell zu reproduzieren, ein inneres Modell der Ă€uĂeren Objekte aufzubauen.
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Weiteres zu dem Artikel Subjekt (Philosophie) | | Andere Leser interessierten sich auch für folgende Beschreibungen: | Arthur, Bestimmung, Feuerbach, Fichte, Formen, Gegenstand, Individuum, Kritik, Objekt, Rolle, Seite, Umkehr, Urteil, Vorstellung, Wille | | Schnellzugrif auf verwandte Texte: | | | NEU! Frage im Forum zum Thema: | | Wenn die Beschreibung 'Subjekt (Philosophie)' Ihrer Meinung nach nicht korrekt ist oder in aktueller Version Fehler enthalten sind oder es fehlt die Subjekt (Philosophie) Definition, dann klicken Sie bitte auf "Beschreibung bearbeiten" und schreiben Sie die Eigene Version des Textes. Die Änderungen in der Beschreibung werden sofort aktiv und für alle sichtbar. Ein Administrator wird Ihre Version der Beschreibung und Definition von 'Subjekt (Philosophie)' nachher prüfen. Bitte achten Sie auf die Urheberrechte (Copyright). Wir sind für die besseren Beschreibung von 'Subjekt (Philosophie)' und 'Subjekt (Philosophie)' Definition sehr dankbar.
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